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Endobiont = Prion

M. Alzheimer, M. Parkinson, Diabetes Typ II und Lateralsklerose wurden als Prionerkrankungen identifiziert. Enderlein verwandete nach eigenen Angaben Endobionten verschiedener Pilz- und Bakterienkulturen zur Herstellung seiner isopathischen Mittel. Wenn Endobiont und Prion dasselbe sind wirft dies einige Fragen zu deren Risiko auf.

  

Enderlein nannte den Ursprung aller regulativen Vorgänge in Säugetieren „Endobiont“. Eine Wortschöpfung aus den griechischen Begriffen „endos = innen“ und „bios = Leben“. Enderlein’s Begriffserläuterung dazu: „Eiweiß-artiger Partikel pflanzlichen Ursprungs in allen Zellen und extrazellulären Flüssigkeiten mit regulativen Eigenschaften“. Jeder der sich mit der Dunkelfeld-Mikroskopie nach Enderlein befaßte las irgendwo einmal: „Vor Millionen von Jahren besiedelte ein eiweißartiger Partikel pflanzlichen Ursprungs alle Säugetiere“. Dies wird immer wieder zitiert und von verschiedenen Autoren einfach von anderen übernommen, ohne irgendwelche Referenz zu einem wissenschaftlichen Dokument.

  

Enderlein’s Annahme, es sei ein eiweißartiger Partikel pflanzlicher Natur, stammt von einer von ihm durchgeführten Untersuchung wobei er Erythrozyten mit „endobiotischem Befall“ kultivierte. Daraus entwickelte sich eine Pilzform die er als einen bestimmten Stamm von Mucor racemosus identifizierte.

  

Dr. Christopher Gerner, seit 2002 Universitätsprofessor an der Uni Wien, veröffentlichte 1997 eine Studie die er im Rahmen seiner Krebsforschungen durchführte. Er fand als Hauptbestandteil von Protiten Globin, ein Abbauprodukt der Erythrozyten. Kritiker dieser Arbeit lamentieren, daß Abbauprodukte der Erythrozyten als sog. „Heinz’sche Körperchen“ seit langem bekannt sind. Wahrscheinlich seien sie durch die Inkubation des Hämolysates entstanden und haben demnach nichts mit den Protiten, nach Enderlein als niedrigste Entwicklungsphasen von Mikroben, zu tun. Außerdem sei er den Beweis einer Entwicklung von Mikroben aus den von ihm beobachteten „Dunkelfeldkörperchen“ schuldig geblieben. Somit wird die Phrase „Vor Millionen von Jahren besiedelte ein eiweißartiger Partikel pflanzlichen Ursprungs alle Säugetiere“ weiterleben, wie auch die Vision von „Candida Nestern“ und ähnlichen Dingen in der Dunkelfeldmikroskopie.

  

Definitionsgemäß ist ein Protein eine Aneinanderreihung von ca. 200 Aminosäuren und somit in der Größenordnung von Molekülen. Dementsprechend ist der „Endobiont“ als solches im Dunkelfeldmikroskop nicht sichtbar. Nur Konglomerate von Millionen dieser Endobionten, von Enderlein als „Protite“, „Symprotite“ und „Makrosymprotite“ bezeichnet, sind als helle, „tanzende“ Punkte im Dunkelfeld sichtbar. Ihre unkoordiniert erscheinenden Bewegungen können mit dem physikalischen Phänomen der „Braun’schen Molekühlbewegungen“ erklärt werden. „Protite“, „Symprotite“ und „Makrosymprotite“ werden häufig mit Chylomikronen (winzige Fetttröpfchen) verwechselt. Eine Vitalblutuntersuchung sollte daher, wenn möglich, nüchtern durchgeführt werden.

Beispiele von Protiten und Symprotiten im Dunkelfeld im Gegensatz zu Chylomikronen:

 

                     Symprotite                                hauptsächlich Chylomikronen

Enderlein’s “Endobiont” ist Vitalblutanalysten geläufig die seiner Lehre folgen und erzeugt bei Hämatologen eigentlich nur Kopfschütteln.

  

Auch Professor Prusiner’s Forschungsarbeit wurde 25 Jahre lang nur belächelt. Dieses änderte sich jedoch schlagartig mit dem Ausbruch der „Mad Cow’s Disease“ im Jahr 1996. Presseberichten zur Folge erkrankten mehrere Personen in Großbritannien an der „Creutzfeld-Jacobs Erkrankung“ nachdem sie kontaminiertes Rinderfleisch gegessen hatten. Diese Erkrankung in Menschen hat den selben Erreger wie die in Rindern. Daraufhin wurde der gesamte Rinderbestand auf der britischen Insel vernichtet und verbrannt. Jedoch konnte kein etablierter Wissenschaftler den Erreger identifizieren. Massiver Druck der Medien und Bevölkerung führte nun dazu, daß Prof. Prusiner’s Forschungsarbeiten über „Prione“ als infektiöses Material Anerkennung fanden. 1997 wurde ihm dafür der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. In seiner Ansprache vor dem Verleihungkommitee des Karolinski Institutes in Schweden sagte er: „Es gibt deutliche Hinweise darauf, daß die bislang von uns erforschten Erkrankungen die von Prionen verursacht werden, nicht die einzigen sind“.

  

Was hat dies alles mit Enderlein’s Endobiont zu tun?

  

Die Antwort liegt in Prof. Prusiner’s Definition eines Prions: “Winziger proteinhaltiger infektiöser Partikel, welcher allen Maßnahmen widersteht, die normalerweise Nukleinsäuren zerstören“. Im Gegensatz zu allem anderen infektiösen Material enthalten Prionen kein genetisches Equivalent und sind einfach nur Proteine. Zudem ist die genetische Kodierung für Prione in allen Säugetieren, inklusive den Menschen, vorhanden. Prof. Prusiner’s Forschungsarbeiten sind nun wissenschaftlich anerkannt und zeigen klar, daß Prione unter normalen Bedingungen völlig harmlos sind und regulative Funktionen im Säugetiermetabolismus haben. Bestimmte Prione haben jedoch die Fähigkeit sich unter gewissen Bedingungen in krankheitserregende Strukturen zu wandeln. 

  

Die Paralellen von Enderlein’s Endobiont und Prusiner’s Prion sind offensichtlich. Wenn die Sache mit der „Mad Cow Disease“ nicht passiert wäre, würden viele Wissenschaftler nach wie vor die Arbeiten über Prione nur belächeln, so wie sie es für Jahrzehnte mit dem Endobionten getan haben. Zitat des Nobelpreiskommitees des Karolinski Institut in Schweden: „Professor Prusiner hat den bekannten Infektionsmodalitäten Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten, Prione hinzugefügt“.

  

Wahrscheinlich würden man heute Prione als Endobionten bezeichnen, wenn „Mad Cow’s Disease“ 50 Jahre früher ausgebrochen wäre.

  

http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/sanum.html  

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